Warum es gut ist, wenn unsere Welt zusammenbricht

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Dario Reis

Kennst du diesen Moment, an dem du glaubst, dass es das Ende ist? Das es schlimmer nicht mehr geht. Gerade in jungen Jahren hat man solche Momente häufiger. Da sind selbst Kleinigkeiten wie eine verhauene Klausur schrecklich. Wenn ich heute in meinen noch immer jungen Jahren, aber mittlerweile dennoch älteren Jahren auf diese Situationen zurückblicke, muss ich eigentlich darüber lachen. Meistens komme ich dann nämlich zu dem Ergebnis, dass es gar nicht so schlimm war, wie ich dachte. Im Gegenteil, oft hat sich herausgestellt, dass die ach so schrecklich Situation doch etwas Gutes hatte.

Genau um solche Erlebnisse geht es in meiner Blogparade „Schlechte Situation mit gutem Ausgang“. Um Erlebnisse, auf die man in dem Moment, indem man sie erlebt hat dankend darauf verzichtet hätte, im Nachhinein denkt man aber: „Man, wie gut, dass mir das passiert ist.“

In diesem Artikel möchte ich dir von einer Geschichte erzählen, die mir passiert ist und die mich komplett verändert hat.

Vor ca. 10 Jahren, als ich in der 7. Klasse sitzen geblieben bin, ist für mich eine Welt zusammengebrochen. Zum einen hatte ich alle meine Freunde in der Klasse und zum anderen habe ich Schule schon immer so gehasst, dass mir bei dem Gedanken das Gymnasium statt 9 Jahren nun 10 Jahre besuchen zu müssen ganz anders wurde. Außerdem hatte ich enorme Angst, davor wie es ist, in eine neue Klasse zu kommen und dort niemanden zu kennen.

So schlimm war es dann doch nicht. Nach den ersten „Schock-Momenten“ in der neuen Klasse, habe ich schnell neue Freunde gefunden, mit denen ich auch heute noch gut befreundet bin und mich regelmäßig mit ihnen treffe. Natürlich schätze ich meine Freunde sehr, aber sie sind nicht das einzig Gute, was mir in der Zeit passiert ist.

Das wirklich Gute war, dass ich gelernt habe, wie ich es schaffe mich alleine durchzuschlagen. Dieses Selbstvertrauen hat dazu geführt, dass ich mich alleine für eine Skifreizeit angemeldet habe, auf der sich alle schon kannten. Ich hatte das Vertrauen in mich, dass ich schon irgendwie Anschluss finden werde. Dort habe ich wieder Freunde kennengelernt, mit denen ich auch noch heute Kontakt habe. Zusammen haben wir eine so starke Leidenschaft für das Tiefschneefahren entwickelt, dass ich nach dem Abitur beschlossen habe, alleine ein Jahr nach Kanada zu gehen um dort zu arbeiten und du wirst es vermutlich erraten haben: Um Skifahren  zu gehen.

Auch dort habe ich schnell Freunde gefunden und mein Entschluss stand fest, dass ich wenn ich wieder in Deutschland bin, mich für ein Studium in Innsbruck anmelden werde, wo ich auch niemanden kannte. Während der Semesterferien im Winter bin ich wieder ohne Freunde nach Japan gereist, um dort Skifahren zu gehen. Dort habe ich Leute kennen gelernt, die vom Internet aus gearbeitet haben und dort leben, wo es ihnen gerade gefällt. Dort habe ich den Entschluss gefasst, dass ich mich auch im Internet selbstständig machen will. Also habe ich dort meinen ersten Blog gegründet, der eine ziemliche Bruchlandung gemacht hat.

Jetzt bin ich an dem Punkt, dass ich online Geld verdiene und mir vor ca. einem Monat mein One-Way Ticket nach Vancouver für meine Weltreise gekauft habe. Achtung Überraschung…
Diesmal nicht alleine, sondern mit meiner Freundin.

Der Grund, weswegen ich dir das alles erzähle ist der, dass ich deutlich machen will, dass ich heute vermutlich nicht die Person wäre, die ich jetzt bin, wenn ich vor 10 Jahren nicht sitzen geblieben wäre. Ich hätte niemals den Mut entwickelt, alleine auf Reisen zu gehen und schon gar nicht auf eine riesige Weltreise zu gehen.

Für dieses Erlebnis, das mich damals viel Wut, Tränen und schlaflose Nächte gekostet hat, bin ich heute dankbar. Ich möchte dir damit sagen, dass sich Geschehnisse schrecklich anfühlen können und eine Welt für dich zusammenbricht. ABER es ist nicht unwahrscheinlich, dass aus dieser schlechten Situation etwas Tolles entstehen wird. Es werden sich neue Chancen ergeben und du wirst stärker daraus hervorgehen als du vorher warst.

Hast du auch ein Erlebnis gehabt, das am Anfang schrecklich für dich war und dann hat sich herausgestellt, dass das das Beste war, was dir hätte passieren können? Lass es uns in den Kommentaren wissen.
Dario Reis

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